Der perfekte Grundriss für Ihr Haus - wie Sie ihn finden und am besten planen

Ein Schlafzimmer mit Bad en suite oder lieber separat? Ein praktisches Ankleidezimmer oder doch ein größeres Kinderzimmer? Und möchten Sie lieber einen kleinen Abstellraum im Erdgeschoss oder besser ein Gäste-WC?

 Der perfekte Grundriss ist ein wesentlicher Bestandteil bei der Planung und dem Bau Ihres Hauses. Mit ihm legen Sie die räumliche Anordnung einzelner Zimmer und deren Größe fest. Da ein Grundriss in der Regel nicht so schnell verändert wird, legen Sie mit diesen Entscheidungen im wahrsten Sinne des Wortes die Grundsteine für Ihr zukünftiges Leben.

 Damit Sie diese Entscheidungen gründlich und genau treffen können, erfahren Sie in diesem Artikel unter anderem, wie Sie Ihren perfekten Grundriss planen und auf welche verschiedenen Faktoren Sie achten sollten, damit Ihr Haus auch wirklich Ihren Bedürfnissen entspricht.  

Was ist ein Grundriss und welche Anforderungen werden an ihn gestellt?

Ein Grundriss ist eine Skizze oder Zeichnung, die die Grundfläche, die Wände und deren Stärke sowie die Position der Türen und Fenster eines Gebäudes zeigt. Der Grundriss dient als Planungsinstrument für Architekten und Bauherren, denn er gibt Auskunft über die räumliche Anordnung der einzelnen Wohnräume und deren Größe.

Bevor Sie einen Grundriss planen und erstellen können, benötigen Sie Einblick in den Bebauungsplan. Dieser enthält bestimmte Vorgaben, die die Gestaltung Ihres Grundrisses beeinflussen. Die Außengrenzen und Baulinien zum Beispiel, definieren die maximal bebaubare Fläche - das ist die maximale Größe, die Ihr Grundriss haben darf. Außerdem erfahren Sie aus dem Bebauungsplan, wie viele Vollgeschosse Sie einplanen können und wie die Neigung des Daches und die Firstrichtung sein muss. Wenn Sie mehr rund um das Thema Bebauungsplan erfahren möchten, lesen Sie gern alles Wichtige in unserem Artikel zum Thema: Bebauungsplan.

Sobald Sie die Informationen aus dem Bebauungsplan haben, können Sie starten und einen Grundriss erstellen. Doch welche Anforderungen gilt es zu beachten?

Freigabe durch Statiker

Natürlich können Sie sich Gedanken machen und einen Grundriss ganz nach Ihren Vorstellungen erstellen, doch im letzten Schritt muss der Grundriss von einem Statiker geprüft werden. Dieser muss die jeweilige Stützlast für die tragenden Wände berechnen, denn Ihr Haus soll ja nicht nur schön sein, sondern auch eine gewisse Stabilität haben.

Fenster und Türen

Zusätzlich müssen in einem Grundriss auch Fenster und Türen eingeplant und mit der jeweiligen Größe und Öffnungsrichtung angegeben sein. Das ist nicht nur wichtig für die Statik, sondern auch eine großartige Vorarbeit, um den Grundriss später für die Planung der Einrichtung nutzen zu können. Noch bevor der erste Stein gelegt ist, können Sie so schon entscheiden, wie Sie Ihr Haus einrichten und wo welches Möbelstück seinen optimalen Platz finden soll.

Die verschiedenen Grundriss-Arten

Passend zu den verschiedenen Vorstellungen, wie das perfekte Zuhause aussehen soll, gibt es unterschiedliche Grundriss-Arten. Während früher noch Durchgangszimmer und niedrige Deckenhöhen normal waren und zum Standard gehörten, haben sich mit der Zeit neue Grundriss-Arten entwickelt. Drei davon haben sich durchgesetzt und sind heute weit verbreitet:

Der klassische Grundriss

Der klassische Grundriss wird oft auch als der “Flurtyp” bezeichnet, denn hier ist der Flur das Zentrum des Gebäudes. Alle Räume sind voneinander separiert und nur über den Flur erreichbar. Das führt zu mehr Privatsphäre, Ruhe und Rückzugsmöglichkeiten im jeweiligen Raum. Der Nachteil daran ist, dass die Raumgröße oft sehr eingeschränkt ist. Wenn Sie jedoch besonderen Wert auf Ruhe legen, ist der Klassische der perfekte Grundriss für Sie.

Der offene Grundriss

Der offene Grundriss ist praktisch das Gegenteil des klassischen Grundrisses. Hier gehen die Räume ineinander über und es gibt kaum Türen oder Wandfläche. Dieser Grundrisstyp ist sehr beliebt und wird heutzutage gerne im Erdgeschoss von Einfamilienhäusern verwendet. Wohn- und Essbereich mit angrenzender Küche lassen sich harmonisch zusammenfügen, sodass ein offenes und geräumiges Wohngefühl entsteht. Zu beachten hierbei ist, dass nicht nur optisch alle Bereiche miteinander verbunden sind, sondern auch akustisch. Gleiches gilt natürlich auch für die Gerüche beim Kochen - wenn es sich aber um das Lieblingsgericht aller im Hause handelt, sollte das niemanden stören. ;-) 

Der flexible Grundriss

Ein weiterer, sehr beliebter Grundriss ist der flexible Grundriss. Denn wie es der Name schon sagt, lässt er sich relativ einfach an sich ändernde Lebensumstände anpassen. So wenig tragende Wände wie möglich und dafür mehrere nichttragende Wände in Trockenbauweise (diese können leichter versetzt werden), schaffen die nötigen Voraussetzungen für diese Flexibilität. Zudem werden alle Räume ungefähr gleich groß geplant, sodass der Zweck der einzelnen Räume jederzeit verändert werden kann. So wird aus einem geräumigen Kinderzimmer später ein komfortables Homeoffice oder ein gemütlicher Hobbyraum. Nicht zuletzt werden flexible Grundrisse so geplant, dass sich die Immobilie später in einzelne Wohnungen unterteilen lässt.

Ensemblegrundriss

Der Ensemblegrundriss ist eine Form des flexiblen Grundrisses und wird bevorzugt in eingeschossigen Gebäuden wie Bungalows mit einer L-Form genutzt. Dabei werden die Räume so geplant, dass sie in verschiedenen Funktionsbereichen angeordnet und unterteilt sind. Dies ermöglicht autarke Wohnbereiche. So kann beispielsweise eine hauseigene Praxis oder ein Büro, das häufig externen Besuch bekommt, komplett vom privaten Wohnbereich getrennt werden.

Grundriss Symbole - so lesen Sie einen Grundriss

Grundriss Symbole sind eine wichtige Methode, um Informationen über ein Gebäude zu erhalten. Sie helfen Ihnen, sich einen Überblick über die Größe und den Aufbau eines Hauses zu verschaffen. Darüber hinaus können sie auch wichtige Hinweise über die Funktionen der einzelnen Räume geben. Manche Grundriss Symbole sind selbsterklärend, andere wiederum müssen nachgeschlagen werden.

Damit Sie einen Grundriss richtig lesen können, müssen Sie die Bedeutung der einzelnen Symbole kennen. Hier haben wir Ihnen deshalb eine Liste der wichtigsten Grundriss Symbole erstellt:

Grundriss Symbole – Geschosse

KG 

= Kellergeschoss

UG

= Untergeschoss

EG

= Erdgeschoss

OG

= Obergeschoss

DG

= Dachgeschoss

Grundriss Symbole – Räume

HWR 

= Hauswirtschaftsraum

SPK

= Speisekammer

HAR

= Hausanschlussraum

KiZi

= Kinderzimmer

SZ

= Schlafzimmer

AK

= Ankleide

Grundriss Symbole – Bauliche

BRH

= Brüstungshöhe

Höhe von Oberkante Fertigfußboden bis Unterkante Fensteröffnung

BGF

= Bruttogrundfläche

Gesamtfläche aller Geschosse

OKFF

= Oberkante Fertigfußboden 

Höhe des Fußbodens inklusive Dämmung, Estrich und Bodenbelag

OKF

= Oberkante Fußboden

Höhe des Fußbodens inklusive Dämmung, Estrich und Bodenbelag

OKRF 

= Oberkante Rohfußboden

Höhe des Fußbodens ohne Dämmung und Belag

Die verschiedenen Typen von Grundrissen

Für jede Lebenssituation und jeden Bedarf gibt es den passenden Grundriss-Typ. Vom typischen Einfamilienhaus für die junge Familie bis hin zur exklusiven Stadtvilla für gehobenere Ansprüche kann sich jeder seinen Traum vom eigenen Zuhause ganz nach seinen Vorstellungen realisieren.

Hier finden Sie einen Überblick über mögliche Grundriss-Typen mit den jeweiligen Besonderheiten:

Bungalow Grundriss

Der Vorteil eines Bungalow-Grundrisses liegt klar auf der Hand: Durch den Verzicht auf ein Obergeschoss ist diese Art der Immobilie in jedem Fall altersgerecht. Durch das Wohnen auf einer Ebene können Sie in einem Bungalow bis ins hohe Alter leben und alle Räume ohne Einschränkungen nutzen. Die Grundfläche für einen Bungalow ist allerdings auf die Grundstücksfläche begrenzt, dennoch ist es bequem möglich, mit einer bis zu vierköpfigen Familie in einem Bungalow zu leben.

Grundriss Einfamilienhaus

Der Grundriss eines Einfamilienhauses zeichnet sich meist durch das offen gestaltete Erdgeschoss aus. Eine Kombination aus Wohn- und Esszimmer mit integrierter Küche ist sehr beliebt und wird von den meisten Familien gewählt. Die Kinderzimmer, das Schlafzimmer der Eltern, sowohl das Badezimmer befinden sich im Obergeschoss, welches jedoch oft durch ein Satteldach eine eingeschränkte Stellfläche ausweist. Dennoch ist diese Dachform eine der beliebtesten, da diese Bauweise kostengünstig und trotzdem sehr robust ist. Wer noch Budget hat, kann für mehr Wohnraum und Lichteinfall sorgen, in dem er eine Gaube oder einen dritten Giebel einbaut.

Doppelhaus Grundriss

Der Doppelhaus-Grundriss ist besonders attraktiv, wenn Sie nicht nur effizient, sondern auch langfristig planen möchten. Zum einen können Sie, wenn Sie den einen Teil Ihres Doppelhauses vermieten, die Mieteinnahmen für Ihre Kredittilgung nutzen. Zum anderen können Sie den vermieteten Teil später selbst nutzen und ein Mehrgenerationenwohnen für Ihre Familie ermöglichen. Nicht zuletzt ist ein Doppelhaus aufgrund der zusammen liegenden Wand energieeffizient und das Grundstück wird besonders vorteilhaft genutzt.

Stadtvilla Grundriss

Im Gegensatz zum Einfamilienhaus verfügt der Grundriss einer Stadtvilla über zwei Vollgeschosse mit wenig bis gar keinen Stellflächenverlusten. Ein Walm-, Zelt- oder Flachdach ermöglicht diese großzügige Form des Wohnens. Auch im Rest einer Stadtvilla sind die Räume meist sehr großzügig geplant und verfügen über ein hohes Maß an Komfort. Große Fensterfronten und eine repräsentative Symmetrie in der Fassade runden das Angebot einer Stadtvilla ab.

Wie Sie Ihren Grundriss kostenlos erstellen können

Einen Grundriss kostenlos erstellen ist einfacher, als Sie vielleicht denken. Es gibt viele kostenlose Software-Pakete online, mit denen Sie Ihren Grundriss erstellen können. Sie müssen nur ein paar Minuten investieren, um sich mit der Software vertraut zu machen, und dann können Sie auch schon loslegen.

Hier finden Sie eine Übersicht kostenloser Programme, mit denen Sie unkompliziert selbst Ihren Grundriss erstellen können:

  • Sweet Home 3D: Ein leicht verständliches Programm, mit dem auch Anfänger ihren ersten Grundriss erstellen können.
  • meinHausplaner: Mit verschiedenen Vorlagen, die Ihnen hier zur Verfügung stehen, können Sie Ihr Traumhaus planen und einrichten.
  • Room Arranger: Diese Software ermöglicht Ihnen nicht nur die Planung eines Grundrisses, sondern mit dieser Software können Sie auch einzelne Räume in 3D-Optik einrichten.
  • Roomeon: Ein ähnliches Tool wie Sweet Home 3D und zudem gut geeignet, um die Einrichtung der Räume zu planen.
  • Sketchup: Haben Sie Erfahrung mit Grafik-Programmen? Dann nutzen Sie am besten diese kostenlose Software.

 

Welches Tool das Beste ist, ist für jeden eine individuelle Entscheidung. Testen Sie sich einfach durch und nehmen Sie die Software, die für Sie am einfachsten zu bedienen ist.

8 Tipps – Wie Sie Ihren perfekten Grundriss planen

Das war jetzt viel Theorie -  jetzt geht es ans Planen Ihres Grundrisses. Sie wissen, welche Anforderungen ein Grundriss erfüllen muss, welche Grundriss-Arten und -typen es gibt, Sie kennen die wichtigsten Grundriss Symbole und Sie haben eine Auswahl kostenloser Online-Tools, mit denen Sie Ihren Grundriss planen können.

Damit Sie nun nichts vergessen und wissen, worauf Sie achten sollten, haben wir Ihnen hier die 8 wichtigsten Tipps zusammengestellt, die Ihnen helfen, den perfekten Grundriss für Ihr Zuhause zu gestalten.

  1. Studieren Sie den Bebauungsplan von Ihrem Wunschgrundstück. Nur so erfahren Sie, welche Vorgaben es gibt und wie Sie Ihr Haus bauen dürfen.
  2. Achten Sie auf die Lage Ihres Grundstückes. Sie spielt eine große Rolle für die Grundrissgestaltung. Handelt es sich zum Beispiel um ein ebenes Grundstück oder ein Hanggrundstück? Ist es von allen Seiten bebaut oder gibt es auch eine unbebaute Seite? Bei einem Hanggrundstück empfiehlt sich beispielsweise in jedem Fall ein Keller und falls es eine unbebaute Seite gibt, bei der klar ist, dass sie sogar unbebaut bleibt, bietet es sich an, hier das Wohnzimmer mit einer großen Fensterfront mit Blick ins Grüne zu planen.
  3. Ebenso ist die Ausrichtung Ihres Hauses wichtig: Möchten Sie lieber die Morgensonne in Ihrem Schlafzimmer oder die Abendsonne? Achten Sie darauf, dass Ihr Zuhause so ausgerichtet ist, dass Sie möglichst viel Tageslicht haben. Dies ist nicht nur für das Wohlbefinden wichtig, sondern auch für die Energieeffizienz. Wohn- und Arbeitsräume werden in der Regel nach Süden oder Westen ausgerichtet, da so die meiste Sonneneinstrahlung genutzt werden kann. Badezimmer und Abstellräume werden dagegen gern nach Norden hin ausgerichtet.
  4. Überlegen Sie sich, wie viele und welche Zimmer Sie benötigen. Die einen brauchen einen Hobbyraum, die anderen lieber ein zweites Büro. Nehmen Sie sich Zeit, um zu überlegen, wie Sie Ihr Zuhause am liebsten nutzen möchten. Wenn Sie zum Beispiel viel Zeit in der Küche verbringen, sollten Sie hier genügend Platz einplanen. Und wenn Sie öfter Besuch haben, sollten Sie auch ein Gästezimmer einplanen. Eine weitere wichtige Frage in diesem Zusammenhang ist, wie viel Staufläche benötigen Sie, reicht ein kleiner Abstellraum, oder soll es doch ein Keller sein?
  5. Achten Sie auf kurze Wege zwischen Bereichen, die Sie häufig nutzen. Das gilt vor allem für das Badezimmer, Ankleide- und Schlafzimmer sowie für den Küchenbereich. Die Küche beispielsweise, wird gern in der Nähe des Hauseingangs geplant, denn so ist der Weg, um die Einkäufe hineinzutragen, am kürzesten.
  6. Versuchen Sie, die Verkehrsflächen so gering wie möglich zu halten. Bedenken Sie: Jeder Quadratmeter Flur geht von der Gesamtfläche ab, die Sie auch zum Wohnen nutzen können und je weniger Verkehrsfläche Sie haben, desto kosteneffizienter können Sie bauen.
  7. Entscheiden Sie sich für einen Grundriss-Typ. Soll es ein offener Grundriss sein, oder möchten Sie bestimmte Bereiche klar voneinander trennen? Dazu gehört auch die Entscheidung, ob und wie viele bodentiefe Fenster Sie für mehr Licht haben möchten.
  8. Denken Sie nicht nur an heute, sondern planen Sie langfristig. Haben Sie noch einen Kinderwunsch und benötigen Sie deshalb noch ein Kinderzimmer? Oder möchten Sie später mehr von zu Hause arbeiten und benötigen dafür ein gemütliches Büro? Ist das Haus barrierefrei oder lässt es sich einfach dazu umbauen, sodass Sie auch im hohen Alter noch in Ihrem Haus wohnen können?  

Fazit

Das Wichtigste ist, dass Sie herausfinden, was Sie sich von Ihrem Haus wünschen und wie Sie sich das Leben darin jetzt und später vorstellen. Viele wichtige Entscheidungen müssen getroffen werden, damit Sie Ihren perfekten Grundriss finden. Und es ist ganz klar: Jeder hat unterschiedliche Wünsche und Anforderungen an das eigene Zuhause. Planen Sie deshalb Ihren Grundriss ganz individuell und lassen Sie sich gern beraten, zum Beispiel bei uns!

Sie wissen schon, wie Ihr perfekter Grundriss aussehen soll? Super! Wenn Sie sich die Zeit nehmen, Ihren Grundriss sorgfältig zu planen und dabei unsere Tipps beherzigen, werden Sie am Ende ein Haus haben, das Ihnen gefällt und das all Ihre Bedürfnisse erfüllt. Wir wünschen Ihnen viel Erfolg dabei!

Falls Sie noch ein wenig Inspiration wünschen und sich die unterschiedlichen

Grundriss-Typen einmal in natura anschauen wollen, dann  kommen Sie uns doch gern einmal besuchen!